30. Juni 2010

Herdkaufen bildet

Man soll es kaum glauben, aber der Erwerb eines simplen neuen Herdes für meine Küche brachte mir so ganz nebenbei noch regional-kulturelle Bildung ein!

Gestern begab ich mich in ein Emder Elektrogeschäft, da ich einen Herd kaufen wollte: einen Standherd, das Gegenteil eines Einbauherdes.


(Statt Schleichwerbung hier ein neutrales Exemplar der Gattung Herd,
gefunden auf www.ak-grundschule.de)


Die Verkäuferin kam hinzu und bot ihre Beratung an. Ihre erste Frage:"Ist das für länger?" verdutze mich schon, selten kaufe ich Elektrogeräte, um sie dann nach einem Jahr wieder zu entsorgen. Nun aber die folgte zweite Frage:"Ist der für die Küche oder für den Keller?" Ich war umsomehr verdutzt.

Erklärung:

In Ostfriesland (und vielleicht auch anderswo) ist es durchaus üblich, dass man Fisch auf einem zweiten Herd brät, der sich im Keller, in der Gartenhütte oder anderswo außerhalb des Hauses befindet. Das war mir so noch nicht bekannt.

Jetzt, da ich es weiß, werde ich dennoch meinen neuen Herd in meine Küche stellen, die er dann als Glanzstück aufwerten wird! Meinen alten Herd werde ich nicht behalten und auch nicht in den Keller stellen, weder zum Fisch braten noch zum verstauben.

Ich bin eben doch keine echte Ostfriesin! Aber ich lerne ja trotzdem gerne etwas dazu!

Und noch etwas: Standherde sind out of fashion, man kauft jetzt eine Einbauküche. Also man, ich nicht!

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